Das Versagen der Lebenskräfte nahm erschreckende, aber auch tröstliche Gestalt (Freund Hein) an. In den Märchen und Sagen begegnet der Tod als Bettler, Kranker, Liebhaber (der Frau Holle) oder Taufpate. Dergestalt ist er in den Alltag geholt und wir sprechen mit ihm gleichsam „von Mensch zu Mensch“. In vielen Geschichten finden wir Sinnbilder für Sterben, Tod und Wandlung: Lebenswasser, Schlafapfel, Seelenvogel und Schicksalsbrunnen. Diese helfen uns, die Liebe und den Tod als erneuernde Kraft zu begreifen und auch das Dunkle als Teil des Lebens zu akzeptieren. Aschenputtels Mutter stirbt zwar, aber sie – ihr Segen – bleibt anwesend im Haselbaum, der dem Mädchen mit Wundergaben zum irdischen Glück verhilft. Daneben erzählen die Märchen von Menschen, die den Tod überlisten und ihn so hinaus zögern. Dahinter steht die alte Frage, wie das menschliche Leben aussehen würde, wenn die Zeit stehen bliebe und wir ewig leben könnten.

Wenn Sie an diesem Fachvortrag interessiert sind, schreiben Sie an:

jutta.failing (at) glueckshaut.de